Antifa contra Bandbreite

Das Dortmunder Antifa Bündnis wendet sich mit einem Offenen Brief an die Deutsche Kommunistische Partei (DKP). Auf deren UZ-Pressefest, das vom 24. bis 26. Juni 2011 in Dortmund stattfinden wird, soll die verschwörungsideologische Band „Die Bandbreite“ auftreten. Ein Umstand, den die Antifaschist_innen aus guten Gründen kritisieren.

Zuletzt war die Band unter anderem zu Pfingsten unterwegs. „Die Bandbreite“ verschlug es nach St. Moritz. Dort trat die Band auf einer Veranstaltung auf, die vom Jugendverband der rechtspopulistischen Schweizer Volkspartei (SVP) unterstützt wurde. Sie lieferte den musikalischen Rahmen für die Vorträge der Schweizer Nationalräte Pir­min Schwan­der und Lukas Rei­mann (beide SVP). Letzterer wirbt mit der Forderung: „Unsere Schweiz muß schweizerisch bleiben.“

Auch dieser Umstand des gemeinsamen Auftritts mit den Rechtspopulisten der Schweizer Volkspartei wird in dem Offenen Brief des Dortmunder Antifa Bündnis erwähnt. Dort heißt es weiter:

Die SVP fiel im letzten Wahlkampf mit rassistischen Wahlplakaten auf, die zur Ausgrenzung und Abschiebung von Ausländer_innen aus der Schweiz aufriefen. Auch eine Volksabstimmung über das Verbot von Minaretten an Moscheen geht auf die Initiative dieser Partei zurück. In Deutschland findet sie hauptsächlich bei PRO NRW und anderen Rechtspopulist_innen, sowie bei den Neonazis der NPD, die ein Wahlplakat der SVP nahezu unverändert übernommen haben, Beifall.

Das antifaschistische Bündnis fordert die Deutsche Kommunistische Partei und die Organisator_innen des Pressefestes aber nicht nur aufgrund dieses Auftritts auf, der „Bandbreite“ keine Bühne zu geben. Sie haben außerdem einige Texte analysiert.

Es seien „sexistische, antisemitische und NS-relativierende Songtexte“, schreibt das Bündnis:

Wir fordern daher, dass ihnen auf dem UZ-Pressefest keine Möglichkeit gegeben wird, ihre antiaufklärerischen Inhalte und Verschwörungstheorien zu verbreiten.

Ob die Deutsche Kommunistische Partei diese Kritik berücksichtigen wird, bleibt allerdings fraglich. In deren Wochenzeitung „Unsere Zeit“ fand sich, fast zeitgleich mit dem Auftritt in St. Moritz, ein ausführliches Interview mit der Band, in dem sich diese in ein denkbar gutes Licht rückte. Der gemeinsame Auftritt mit den Rechtspopulisten in der Schweiz wurde wohl auch daher verschwiegen.

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