Mobile Kleinstadthölle

Earthlings Werbung auf der Heckscheibe eines Fahrzeugs in OldenburgUnterwegs in Oldenburg. Ein Straßenverkehrsteilnehmer bewirbt eine Internetseite zum Film “Earthlings”. Dieser manipulative Streifen verwendet eine perfide Gleichsetzung, um die Zustände in Schlachthöfen noch verstörender erscheinen zu lassen. Sein visueller Antisemitismus besteht aus Aufnahmen von KZ-Toten, die in Szenen von Fleischverarbeitung in Zuchtbetrieben übergehen. Dass der Holocaust gegenüber den täglichen Schlachtungen von Tieren an Bedeutung verliert, ist gewollte Intention des Films, den der friesische Fahrer empfiehlt. 

Die Lobby-Gruppe PETA, die “Grundrechte von Tieren” realisieren möchte, bewirbt “Earthlings” ebenfalls vielfach. “Was hier zu sehen ist, ist nichts für schwache Nerven”, heißt es beispielsweise in jenem dumpf-deutschen Werbejargon, der nicht nur den Beitrag über die “Lieblingsdokumentationen” der Organisation prägt. Dass diese Struktur, die schon 2003 industrielle Vernichtung in deutschen Konzentrationslagern mit Fleischkonsum gleichsetzte, auch in den 20er Jahren des 21. Jahrtausends vom antisemitischen Inhalt der Dokumentation schweigt, muss angesichts gleichbleibender Gleichsetzungen durch PETA nicht verwundern.

Aus dem Inneren einer Verschwörungspartei: Mordaufruf im Messenger

Dass zum aktuellen Verschwörungswahn die deutsche Vernichtungsphantasie gehört, beweisen Corona-Leugnende in öffentlichen Telegram-Chats. Die Angehörigen des “Die Basis”-Kreisverbands “Hunte-Weser-Ammerland” nutzen das Kommunikationsprogramm  zu organisatorischen Zwecken, zur zeitnahen Mobilisierung sowie zur weiteren Ideologisierung. Mitglieder der verschwörungsideologischen Partei debattierten im regionalen Kanal, ob sie politische Charaktermasken direkt ermorden oder nach einem Gerichtsverfahren einsperren wollen.

Leugnende im Gründungsfieber

In der Pandemie die Gefährlichkeit von Covid-19 zu leugnen, bleibt nicht nur für eine radikalisierte Minderheit sogenannter “Querdenker” populäre Praxis. Daher bildeten sich in den vergangenen Monaten parallele Strukturen, die an die inhaltliche Vorarbeit von “Querdenker”-Gruppen und Corona-Verharmlosenden anknüpfen konnten. Es entstanden Parteien, die Verschwörungsgläubige für die erträumte Machtübernahme sammeln. So organisiert sich ein Teil des esoterisch-verschwörungsgläubigen Bodensatzes, den der deutsche Corona-Kapitalismus  hervorbringt.

Nachdem sich das Vorgängerprojekt „Widerstand 2020“ rasch erledigt hatte, weil es zum Machtkampf zwischen Verschwörungsgläubigen mit Führungsanspruch kam, transformierten Corona-Leugnende am 4. Juli 2020 ihre Alternative zur AfD. Mit der Forderung nach einer freien “Impfentscheidung” wirbt die neue “Basis”Partei seitdem um Mitglieder. Der Appel nach “Meinungsfreiheit” und die Furcht vor angeblicher “Zensur” dürfte bei interessierten Verschwörungsgläubigen ebenfalls gut ankommen. Ein anthroposophischer Jargon über die “Entflechtung des geistig-kulturellen, rechtlichen und wirtschaftlichen Bereichs” könnte esoterische Personen begeistern.

Viele auf Rudolf Steiner zurückgehende Ideen finden sich im Parteiprogramm. So fordert “Die Basis” dort “das soziale Leben im Sinne der Freiheit, das Wirtschaftsleben im Sinne der Brüderlichkeit und das Rechtsleben im Sinne der Gleichheit”. Es handelt sich um Grundsätze der sogenannten “Dreigliederung”, durch die der Antikommunist und Antisemit nach dem Ersten Weltkrieg die Bewegung, welche den kapitalistischen Zustand aufhebt, abwenden wollte. In solche Tradition stellt sich die neue Partei, welche zudem den Nationalsozialismus durch Gleichsetzung mit postnazistischen Corona-Verhältnissen verharmlost, indem sie eine “Zeit der Gleichschaltung” beschwört.

“Die Basis”-Mitglieder begreifen sich als Teil einer neuen “Gemeinschaft”, die “Lobbyismus und Machtstreben” mit sogenannten “Säulen” begrenzen möchte. Ihr gehören Querdenkende und Quacksalbende an, die sich durch die Abwehr der pandemischen Realität und mit Corona-Leugnung inhaltlich radikalisieren. Ihre Partei profitiert von der aktiven Mitwirkung bekannterer Corona-Leugnerinnen und Verschwörungs-Aktivisten. Die Struktur nutzt diese Werbeträger, die sich auch andernorts als Heilsgestalten für Verschwörungsgläubige inszenieren, um Aktionismus zu befeuern oder Spendensammlung zu betreiben.

Kader der Kleinpartei

Der “Pandemie-Leugner-Anwalt Fuellmich” sorgte mit einer größtenteils fiktiven Sammelklage “gegen Drosten & Co” für Hoffnung beim zahlungswilligen Klientel, bevor er der “Basis”-Partei beitrat. Die durch ihre Corona-Partys im Luxus-Liner und ihren entmenschlichenden Jargon erschreckende Eva Rosen wurde gleichfalls Parteimitglied. Das gilt auch für den als Rechtsanwalt auftretenden Corona-Leugner Markus Haintz, der sich wie andere Führungsfiguren der neuen Partei an dem im Oktober 2020 praktizierten Putsch-Schauspiel zu Berlin beteiligte.

In der Pandemie kam der verschwörungsideologische Rädelsführer “fast im Minutentakt auf die Bühne”, um bei vielen Aktionen der Corona-Leugnenden vermeintliches “Unrecht und Rechtsskandale zu verkünden”, was dem Opfernarrativ der antisemitischen Verschwörungsbewegung sowie der dazugehörigen Partei entspricht. Für die neue “Basis” des Aktivisten tritt mit Frederike Pfeifer-de Bruin auch eine als Stichwortgeberin auftretende Akteurin der Corona-Leugnenden aus der Region um Oldenburg ein. Zudem begeistert sich der örtliche “Aufstehen”-Ableger um den linksdeutschen Verschwörungsaktivisten Herman Jack für die junge Gruppierung.

Auf lokaler Ebene vereint “Die Basis” relevante Multiplikator_innen der deutschen Corona-Verharmlosung, die auch im neuen Parteikollektiv gegen die derzeitigen Gesundheitsempfehlungen und den menschlichen Anstand verstoßen. “Es” ginge “nicht um die Position eines Einzelnen, sondern darum für und mit der Gemeinschaft eine Position zu beziehen”. Das sagt Eva Rosen, die mit garstigem Gesang und gemeinem Geraune vor einiger Zeit in Oldenburg vorfuhr, zur Motivation der Mitgliedschaft.

Von der “Schamanin” zum “Machtbegrenzer”

Aus esoterisch-verschwörungsideologischem Personal bildete “Die Basis” zum Ende des ersten Corona-Jahres ihre Landesverbände. Neben einer “Heilpraktikerin” und einer “Schamanin” ist der verschwörungsgläubige Geschäftsführer eines Küchenmöbelgeschäfts im seit 20.09.2020 existierenden Vorstand für Niedersachsen vertreten. Die Satzung der Landesstruktur, deren Entstehung mit freundlichen Hinweisen in rechtskonservativen Lokalzeitungen belohnt wurde, sieht zudem einen “Querdenker” als Vorstandsmitglied vor.

Auch dieses Mitglied ist ein Beispiel für die personellen und ideologischen Überschneidungen in ein diffus-deutsches Verschwörungsmillieu, das die Manifestationen zur Corona-Leugnung prägte. Ihr derzeitiger Träger, Andy Lorenz, warnt vor “Corona-Irrsinn”, während er sich als Freund der Heranwachsenden inszeniert. Der in Cloppenburg lebende Vorstands-“Querdenker” steht zudem für das Munkeln über nicht näher benannte Personen, welche laut Lorenz “die Wirtschaft aktiv an die Wand (…) fahren”. 

Trotz typischer Phrasen von “Freiheit” und “Demokratie” zeigt sich der autoritär-verschwörungsideologische Charakter der Partei schnell. Die Satzung der “Basis” sieht vor, dass “Interna (…) als Verschlusssache deklariert werden können”. Die niedersächsische Führung leistet sich zur Absicherung der hierarchischen Strukturen außerdem eine “Art innerparteiliche Polizei”. Sie besteht aus einem eigentlich in der “Luft- und Raumfahrt” tätigenden Funktionär, dem die neue Position als  “Machtbegrenzer” gefällt.

Die Kontrolle von Basis und Vorstand ist für den derzeitigen Partei-Polizisten, Christian Klages, wahre “Berufung”. Der Funktionär verweist auf seinen “ausgeprägten Gerechtigkeitssinn”. Es sei eine “tolle Möglichkeit”, sich “als Machtbegrenzer für das Land Niedersachsen einzusetzen”, sagt Klages, dessen Partei angeblich mehr als 8.000 Mitglieder besitzt. Einige tauschen sich auf Facebook-Seiten der Struktur aus, wobei sich oft ein bizarrer Personenkult um eigenes Führungspersonal sowie manchmal paranoide Furcht vor einer omnipotenten “dunkle[n] Macht” offenbart.

Maskenloses Beisammensein: Kreisverbandsgründung im Februar

Reize des Regelbruchs

Als die Gründung des Landesverbandes vor dem Jahreswechsel abgeschlossen war, besprachen sich interessierte Personen zur Organisation einer örtlichen “Basis”-Struktur bereits in kleineren Telegram-Kanälen. Dem ersten Abtasten im öffentlichen Chat folgten in und um Oldenburg rasch reale Treffen. Große Gruppen trafen sich Anfang des Jahres in kleinen Räumen sowie im privaten Rahmen.

Dass sich die esoterisch-konservativen Pseudo-Provokateure den damaligen Abstandsvorgaben widersetzten, dürfte zum Reiz ihrer halb-konspirativen Zusammenkünfte beigetragen haben. “Was verboten ist, das macht uns gerade scharf”, lauten passende Zeilen eines DDR-Liedermachers. Während Mitglieder ihre eigene Gesundheit ebenso wie das Leben dritter Personen wiederholt gefährdeten, ging die Gründung rasch voran.

Vor Weihnachten träumten “Die Basis”-Mitglieder noch von Parteitreffen “mit Musik und Glühwein”. Den Wunsch nach Zusammensein erfüllten sie sich spätestens im Januar. Einen Monat später erfolgte schon die Gründung der lokalen Struktur für Oldenburg und die angrenzenden Dörfer. Mit dem am 07. Februar 2021 entstandenen “Hunte-Weser-Ammerland”-Kreisverband fand der örtliche Entstehungsprozess ohne Abstand, Anstand und FFP2-Masken seinen passenden Abschluss. Die gesundheitsgefährdende Zusammenkunft dokumentieren zahlreiche Fotos.

Gesundheitsgefährdend: Gruppenphoto des Kreisverbands

Maskenlos zum Kreisverband

Bereits vor einem vorausgehenden “Basis”-Treffen verdeutlichte die Einladende, dass sie das Tragen von Masken erzürnt. So gab Anette D., die im Telegram-Chat der Parteigliederung zum Zusammensein einlud, die zukünftige Praxis der sich treffenden Mitgliedschaft vor. In ihrer verschwörungsideologischen Erklärung zu den Gründen der geplanten  Gesundheitsgefährdung raunte sie von einem “Plan” des “Tiefen Staates”, der nach ihren Angaben das “Corona-Virus” als “Hilfsmittel” einsetzt.

“Es gibt doch keinen Grund, die Lappen zu tragen.”

Andere Parteimitglieder verbreiteten ähnliche Abscheulichkeiten, die zur allgegenwärtigen Esoterik und zur verstörenden Verschwörungsparanoia ihrer Telegram-Kommunikation passten. Mit Inhalten, die manchmal an Propagandaterme des mörderischen QAnon-Kults anknüpften, entstand offenbar eine inhaltliche Basis, sodass die ersten Treffen für die sich beschnuppernde Mitgliedschaft recht erfolgreich verliefen. Zwischendurch blieb der Gruppe genügend Zeit, um sich am Gründungsprozess des “Hunte-Weser-Ammerland”-Kreisverbands zu berauschen.

Dass er sich „glücklich wie frisch verliebt fühlte“, berichtete beispielsweise ein Teilnehmer nach einer weiteren Zusammenkunft in einem Wohnzimmer, in dem Mitglieder und Nachwuchs ohne Abstand sowie die ihnen verhassten Masken saßen. Eine ergänzende Versammlung in einem ländlichen “‘Hexenhaus'” trug in und um Oldenburg zur Gründung der Struktur in Form des Kreisverbands bei. Im Anschluss verwies diese Einladende auf eine angebliche “Aura” des Hauses, während ein Sekundant die Räumlichkeiten als “heidnisch-heilige Hallen” pries.

Wie sehr diese Basis” deutsche Verhältnisse mit Verschwörungsmythen deutet sowie diese nach der “Erneuerung” durch Esoterik gestalten möchte, beweisen beworbene Inhalte im örtlichen Partei-Chat. Vielfach verbreiteten Mitglieder verstörende Verschwörungspropaganda, die langjährige Geschäftemachende wie die Anti-Feministin Eva Herman produzieren. Zur Beseitigung der vermeintlich identifizierten Verantwortlichen sind manchen Mitgliedern anscheinend brutal-blutige Exekutionen oder pseudo-juristische Prozesse recht. Das beweisen Wortmeldungen von “Basis”-Akteuren, die an ihrem Telegram-Stammtisch über das Vorgehen debattierten.

Virenaustausch im Kreisverband 

Traum vom Erschießungskommando

Am 21. August 2020 veröffentlichte die in der Entstehung begriffene “Basis” den Beitrag eines Oberarztes, der sich im Klinikums Wilhelmshaven mit “Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie” befasst. Das Mitglied warnte vor “Antichristen”, die dafür sorgen, dass “gewaltsam entwendeten Kinder interniert und konzentriert” (sic!) werden. Der Mediziner machte eine “Führung” verantwortlich, die er als Gruppe “von völlig verbiesterten, angstgesteuerten Psychopathen” mit “monströsen Gehirnen” dämonisierte.

Menschenfeindliche Positionen waren auch im öffentlichen Chat des “Hunte-Weser-Ammerland”-Kreisverbands keine Ausnahme. Der niedersächsische Ministerpräsident,  Stephan Weil, erzürnte ein Parteimitglied so sehr, dass es seine deutsche Wut mit blutroten Ausrufezeichen kundtat. Der Vernichtungswunsch der Corona-Leugnerin offenbarte sich in der Forderung nach Auslöschung des Politikers und seiner angeblichen Komplizen:

“Die gehören doch alle an die Wand!”

Den Mordaufruf der Annette D., die zuvor für eine “Basis”-Parteifunktion kandidierte, relativierte unter anderem Alexander Goretzki. Ihm ist ein “Bewusstsein” der “germanischen Wurzeln” (sic!), nach Angaben einer älteren Veranstaltungsankündigung für ein Event in der örtlichen Landesbibliothek des Bundeslandes, “zunehmend wichtiger”. Das germanophile Mitglied schrieb zu solchem Geisteszustand passende Zeilen, wobei Kritik an dem deutschen Vernichtungstraum seiner ebensolchen Parteikameradin zumindest im “Basis”-Telegramchat ausblieb.

Verteidigung einer Vernichtungsphantasie

In seiner Positionierung sprach sich der “Basis”-Wortführer gegen die Löschung aus, wobei er den Mordaufruf als Meinungsäußerung verniedlichte: “Andreas Standpunkt, eine Äußerung zu löschen, weil sie (…) Hinrichtungen evoziert, finde ich problematisch”, dozierte Goretzki. Tatsächlich setzte sich das Parteimitglied zeitweilig durch. Die Erschießungsforderung wurde erst vor einigen Tagen entfernt.

Der mit bekannteren Corona-Leugnerinnen konversierende Künstler ist nicht nur Partei-, sondern auch Vorstandsmitglied. Er führt mit drei weiteren Personen die Geschäfte einer Genossenschaft, die das in Oldenburg bekannte “Poly-Haus” betreibt. Die durch Landesmittel geförderte Vereinigung befasst sich mit “Nachhaltigkeitsprojekte[n]”. Dazu gehört der Betrieb einer Bar, die bei eher linksalternativen Nachtschwärmenden beliebt ist. Die Struktur um den anti-israelischen Postwachstums-Vordenker Niko Paech besitzt außerdem einen Aufsichtsrat, dessen Vorsitz der Linkspartei-Ratsabgeordnete und Israel-Sanktions-Befürworter Hans-Henning Adler inne hat.

Die Wortmeldung des “Polygenos”-Vorstandsmitglieds, eigentlich ein freiberuflicher Musikant, machte den Wunsch nach Ermordung des Ministerpräsidenten zum Teil des legitimen “Basis”-Diskurses. Von anderer Mitgliedschaft des neuen Kreisverbands gab es, ähnlich wie von Goretzki, verstörend viel Verständnis für den blutigen Traum von solcher Exekution: “Ich verstehe absolut deine Wut”, schrieb eine Kameradin, während ein strategisch auftretender Kompagnon darauf hinwies, dass die Debattierenden zukünftig “bestimmte Sachen lieber für sich behalten” sollten.

Corona-Kuscheln zur Kreisverbandsgründung

Abschottung der Verschwörungsstruktur

Nach der Kreisverbandsgründung waren der Mordaufruf und dazugehörige Putschphantasien bei der sich bieder gebenden “Basis”-Struktur aus und um Oldenburg ein Thema. Im Telegram-Kanal erbrach dieser deutsche Bodensatz die unverdaute Barbarei, wobei die Forderung nach einem Erschießungskommando für politische Handlungstragende von Führungsfiguren zumindest mit relativierenden Zeilen beantwortet wurde. Letztlich suchten die Verantwortlichen des jungen Kreisverbands das Gespräch mit der Urheberin:

“Wir vom Vorstand sind im Kontakt mit ihr.”

So beruhigte ein “Hunte-Weser-Ammerland”-Vorstandsmitglied seine Schäfchen, die zuvor vor allem den Dialog mit der sich unverstanden fühlenden Parteifreundin suchten. Der angehende “Basis”-Politiker positionierte sich in der Debatte, wobei er den mehrfach erwünschten Prozess gegenüber dem Erschießungskommando vorzog: “Menschen an die Wand stellen (…) geht etwas (sic!) zu weit”, erklärte dieser Funktionär “persönlich”: Es sei “besser zu sagen”, dass die Mitgliedschaft “sie gerichtlich zu Verantwortung bringen” würde, erläuterte er die verschleiernde Sprachregelung.

Im Anschluss beendeten die Betreibenden den öffentlichen Telegram-Chat zugunsten einer internen Kommunikationsmöglichkeit, wobei sich die Abschaltung des Telegram-Stammtisches bis nach Veröffentlichung dieses Beitrags verspätete. Dass es im neuen “Basis”-Treff für “Hunte-Weser-Ammerland” ähnliche Inhalte gibt, ist auch aufgrund der Abschottung nach Außen wahrscheinlich. Ganz im Gegenteil zu der Wahrscheinlichkeit, dass sich die im linksalternativen Milieu beliebte Lokalität sowie die dazugehörige “Poly”-Genossenschaft zeitnah von ihrem Vorstandsmitglied trennt und von seiner Verschwörungspartei distanziert.

Abstecher zur Ahnenstätte

An anderen Orten verweisen die unscheinbaren, kleinen und rostbraunen Schilder auf ein Panzermuseum, ein Kloster oder eine KZ-Gedenkstätte. In diesem Fall zeigt der Wegweiser, dem neugierige Reisende spontan folgen, in Richtung eines Friedhofs, der in ruhiger Natur liegt. Dass es sich um eine “Ahnenstätte” völkischen Ursprungs handelt, verrät die Beschilderung an der Landstraße zwischen Delmenhorst und Oldenburg nicht. 

Grabstätte im Grünen

Auf den ersten Blick wirkt das waldige Gelände, das von hohen Baumreihen und weiten Feldern umgeben ist, recht friedlich. An einem sandigen Zugang befindet sich das vom Schriftzug “Ahnenstätte Hilligenloh” gekennzeichnete Eingangstor. Dahinter zweigen sich kleine Wege, die durch die gepflegte Grabanlage führen.

Am Eingang stehen Gedenksteine für ein völkisches Duo: Erich und Mathilde Ludendorff, die mit Antisemitismus, Anti-Katholizismus und klassischen Verschwörungstopoi eine völkische Sekte begründeten, ehren Betreibende, die Gesinnungen der Geehrten verschleiern. Grabschmuck und Beschriftungen offenbaren ebenfalls deutlich, dass sich Besuchende auf einem völkischen Friedhof befinden.

Von ganz rechten Deutschen verwendete Todes- und Lebensrunen, die im Nationalsozialismus populär waren, markieren vielfach die Geburts- und Todesdaten der Verstorbenen. Viele Adolfs und manche Heinrichs verrotten in der “Ahnenstätte”, die Anfang der 1930er Jahre als “Deutschvolkfriedhof” entstand. Die grüne Anlage wurde zum Vorbild für ähnliche Grabstätten, die bis heute bei Nazis beliebt sind.

Nach 1945 übernahm eine Neugründung den Fortbetrieb. Der 1948 gegründete Verein knüpfte an vorherige Zeiten an. Schließlich wollte die Struktur für (…) Mitglieder und alle freigläubigen Deutschen” eine “würdige letzte Ruhestätten (…) errichten”. Alfred Manke prägte das Vereinsleben. Der rechte Verleger aus Bassum war 17 Jahre Vorsitzender der Gruppierung. Als Gründungsmitglied der NS-Nachfolgepartei NPD, für die er zum Bundestag kandidierte, erreichte Manke eine größere Bekanntheit in der Öffentlichkeit.

Ab 2008 leitete der damalige Waldorflehrer Wolf-Dieter Schröppe den Verein, der seine eigene Geschichte verharmlost. Als eine Tageszeitung seinen Namen nannte und Schülerinnen ihren Lehrer beim Googeln entdeckten, distanzierte sich die esoterische Erziehungsanstalt. Sie wies 2015 aber darauf hin, dass sich ihr Weggefährte im “schulischen Bereich nichts zuschulden kommen lassen” habe. Den Vereinsvorsitz übernahm unterdessen ein Jurist aus Berlin.

Legenden der Ludendorffer

Wer sich auf den Friedhof im Grünen begibt, findet nur wenige Informationen zur Anlage. Es gibt eine kleine Tafel, die Besuchende am Zentrum der “Ahnenstätte” entdecken. An einem kleinen Häuschen, das zu anderen Zeiten als Treffpunkt für trauernde Völkische dienen mag, liegen zudem dürftige Handzettel aus.

Die Verantwortlichen, die diese vierseitige Verharmlosung und die inhaltlich ähnliche Tafel schufen, verdrehen historische Tatsachen. Ihre fotokopierte “Kurzchronik” zur “Ahnenstätte Hilligenloh” erzählt die angebliche Geschichte des Areals anhand von “alten Akten, privaten Schriftstücken und mündlichen Überlieferungen”. Um die historischen Wahrheiten, die die Betreibenden verharmlosen, drücken sich die Ausführungen herum. 

Erst im sechsten Absatz erfahren Interessierte von den “Ludendorffanhängern”, die den “Deutschvolkfriedhof”, der in der verharmlosenden Verteidigungsschrift der Verantwortlichen zum privaten Projekt mutiert, zwischen 1931 und 1932 errichteten. In den folgenden Absätzen verstecken sich wenige historische Fakten, wobei eine kritische Einordnung weitgehend ausbleibt. Stattdessen bezieht sich die entlastende Erzählung auf norddeutsche Mitglieder des völkischen “Tannenbergbund” (TB), die ihren antisemitischen Schirmherren für die geplante “Ahnenstätte” bei Oldenburg mobilisierten. 

“Offenbar wegen seines großen Ansehens setzte General Ludendorff die Genehmigung auch durch”, heißt es in der beschönigenden Beschreibung, die den autoritären Militaristen, der sich wenige Jahre nach seiner Militärdiktatur mit Hitler im Putschen probierte, in bestes Licht rückt. Dass dieser Menschenschinder, der sich insbesondere nach dem Ersten Weltkrieg einem esoterischen Antisemitismus hingab, für eine spezifische Form des deutschen Wahns steht, benennt das beschönigende Schriftstück der “Ahnenstätte” nicht.  Stattdessen verwandelt der Verein den “Apostel einer völkisch-antisemitischen Ideologie”  in eine antifaschistische Figur.

Spielart des Antisemitismus

Mit antisemitischen und rassistischen Veröffentlichungen führten die Ehefrau, Mathilde, und ihr Ehemann, Erich, einen Kampf gegen “überstaatliche Mächte”, wobei sie sich auf typische Grundlagen wie die “Protokolle der Weisen von Zion” beriefen. Diverse Freimaurerlogen, die katholische Kirche sowie die kommunistische Weltbewegung und der Jesuitenorden hätten sich, so phantasierten die Ludendorffs, mit mächtigen Jüdinnen und Juden verbunden, um die Welt zu beherrschen. Das Ehepaar versuchte sich an einer stetigen Aktualisierung ihres verschwörungsideologischen Antisemitismus.

Die Witwe verschnulzte diese Inhalte auch viele Jahrzehnte nach dem Tod des Gatten, der 1937 verstarb. Das deutsche Märchen, bei dem germanische Lichtgestalten die jüdischen “Schacht”-Menschen besiegen, nutzte die Ludendorff auch in postnazistischen Zeiten, die dem Vernichtungskrieg und der Shoah folgten. Bis in die 1960er organisierte Mathilde Ludendorff ergebene Gefolgsleute, wobei der antisemitische Hass in ihrem “Bund für Deutsche Gotterkenntnis” weiterhin ideologischer Kitt blieb: “Ganz Westberlin sieht aus wie eine Kolonie von Israel”, hetzte ein Gefolgsmann beispielsweise in einem Text, der in einem Produkt des  Ludendorff-Verlages “Hohe Warte” erschien.

Als der völkische Herausgeber, Freiherr Karg von Bebenburg, am 13. Januar 1960 wegen des antisemitischen Hetzartikels verurteilt werden sollte, war seine Schwiegermutter bereits im Rahmen der sogenannten Entnazifizierung als Hauptschuldige eingestuft worden. Dass die Schmähschrift Heinz Galinski und Joachim Lipschitz als von “Haß gegen die Deutschen berstende Juden” dämonisierte, reichte im Deutschland der Naziväter noch nicht einmal für die sechs Monate, die der Staatsanwalt forderte. Weil der Prozess gegen ihren Schwiegersohn unverständlicherweise mit einem Freispruch endete, konnte sich die deutsche Fanatikerin noch einmal freuen. Sechs Jahre später verstarb Mathilde Ludendorff.

Huldigung einer Antisemitin

Diese “Urgroßmutter des deutschen Antisemitismus” ist neben ihrem Ehepartner auf dem Neuen Friedhof in Tutzing bestattet worden. Dort steht die Villa des den deutschen Wahn erbrechenden Pärchens. Heute beheimatet dieses braune Haus den “Bund für Deutsche Gotterkenntnis”, der sich in die Tradition der Ludendorffs stellt.

Zwischen Delmenhorst und Oldenburg erhalten Gefolgsleute mit ihrer Vorfeldorganisation unterdessen die “Ahnenstätte Hilligenloh”. Teile des Vereins danken den Ludendorffs auch im neuen Jahrtausend für ihre angebliche “Aufklärung (…) über das NS-Regime”. Dafür verschweigen die Mitglieder deren Antisemitismus und ihre Verschwörungsphantasien. Die völkisch-religiöse Vordenkerin und den Militaristen verehren die Betreibenden, trotz ihrer “überholten (…) politischen Äußerungen”, mit großen Gedenksteinen.  

Wer einen Moment in der Anlage verbringt, mag vielleicht völkischen Figuren begegnen, die Auswärtige misstrauisch mustern. Die Begegnung mit ähnlich gesinnten Angehörigen, die sich an einem “Sippen”Brocken sammeln, ist möglich, was die Visite ebenfalls nicht angenehmer gestaltet. Das ungute Gefühl legt sich erst, nachdem die gespenstisch-grüne Grabanlage über den staubigen Feldweg verlassen ist. 

Von der Landstraße sind es nur 750 Meter bis zur “Ahnenstätte”, die dank der bräunlichen Beschilderung, die in der postnazistischen Bundesrepublik zum Straßenbild gehört, von Reisenden rasch zu erreichen ist. Mancher Mensch, der dem deutschen Wahn verfiel, liegt dort begraben. Dass die Mathilde und Erich Ludendorff huldigende Infrastruktur des völkischen Antisemitismus auch in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts fortexistiert, beweist der Besuch dieser deutschen Anlage allemal.

Kleinstadthölle (1969)

“In Oldenburg hat das bisherige Revolutionäre Komitee (RK) Oldenburg, sich gerade in Revolutionäre Initiative (RI) Oldenburg umbenannt. Was weiter geschah, lassen wir eines der drei Mitglieder der RI lieber selbst erzählen: ‘Die Gruppe zerbrach an der Planung der ersten Aktion. Am 16.Juni sollte eine Demonstration gegen die Ausnutzung des Arbeiteraufstandes vom 17.6.1953 durch die herrschende Klasse (…) stattfinden. Ziel war das NWZ-Gebäude (…). 50 Personen am Sammelpunkt (…). Davon gehörte eine nicht unerhebliche Minderheit einer (…) rechtsradikalen Gruppe (…) an.'”

[16.06.1969: Quelle]

Schuldabwehr im Weltkriegstempel

Zum “Volkstrauertag” gedenkt die Stadt Oldenburg einer “unvergessenen deutschen Stadt im Osten”. Mit ihrem Kranz knüpft sie an die jahrzehntelange Propaganda von selbsternannten und sogenannten “Heimatvertriebenen” an, welche die lokale Geschichte nach 1945 entscheidend prägten. Der geschichtsrevisionistische “Leobschützstein”, den die Stadt jedes Jahr schmückt, verhöhnt die Opfer des Nationalsozialismus, deren Mahnmale nur einige Fußschritte entfernt gelegen sind. An einem anderen Ort, der sich ebenfalls in Oldenburg befindet, gedenkt das deutsche Bürgertum derweil dem Sterben von vorher mordenden Wehrmachts- und Reichsheer-Soldaten.

Von Inszenierungen und Idealisierungen 

Zum “Volkstrauertag” versammeln sich Verantwortliche der hiesigen Zivilgesellschaft an einer weiteren Gedenkstätte, die gut zum geschichtsrevisionistischen “Leobschützstein” passt. Das im nicht weit entfernten Stadtteil Eversten befindliche Bauwerk, eine “Ringpfeilerhalle”, glorifiziert das Sterben deutscher Soldaten, die in den Weltkriegen mordeten. In der dortigen Anlage deponiert ein Mitglied vom örtlichen “Bürgerverein” jedes Jahr einen großen Kranz, um auch den gefallenen Deutschen zu erinnern, die zwischen 1939 und 1945 als Teil der nationalsozialistischen Vernichtungsmaschinerie dienten.

Das makabre Spektakel fand bis 2020 im Rahmen einer gruseligen “Gedenkfeier” statt. Derweil inszeniert die Stadt den Ort, der den hiesigen “Opfern” (!) beider Weltkriege gewidmet ist, für Besuchende. An der neben einer Autobahnausfahrt gelegenen Anlage steht daher eine “Informationsvitrine”, die der “Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg” verantwortet. Die “durch ein studentisches Projekt an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg” gestaltete Erklärung idealisiert den rötlichen Rundbau aus deutscher Vergangenheit. Ein hiesiger Historiker, Georg Götz, nutzt feierliche Worte, die der städtisch-studentische Werbetext zitiert.

Ringpfeilerhalle in Oldenburg Eversten

Der Forscher und die “Flamme”

An der “Ringpfeilerhalle”, einem deutschen “Kriegerdenkmal” von 1925, erfahren Besuchende wegen der Studierenden und der Stadt, dass sie und die Pfeiler des Gebäudes “mit den Toten, die durch die Gedenktafeln symbolisiert werden, einen Kreis bilden”. Im zentralen Zitat schwärmt der Forscher von dem Ort, der ihm eine “ewige Flamme im Gedenken” bietet, die “Lebende wie Tote (…) im Gedenken” vereint. Indem Georg Götz das schon vor fast 100 Jahren von völkischen Kräften geforderte “Kriegerdenkmal” wie in seinem Aufsatz zum “Typus der Ringpfeilerhalle im Oldenburger Land” idealisiert, erlebt der einer Querfront aus Sozialdemokratie und rechtem Bürgertum zu verdankende Bau, der deutschen Opfermythen dient, auch in der Gegenwart eine entsprechende Überhöhung.

Das Innere der “Ringpfeilerhalle”, die laut Götz eine transzendierende Gemeinschaft aus Lebenden und Verstorbenen zusammenbringt, dominiert ein graues Kreuz, auf dem sich eine erschreckende Inschrift befindet: “Ihr Sterben war ihres Lebens größte Tat”, heißt es in der aus rötlichen Steinen gemauerten Anlage, die bis heute ihre Funktion als Stätte des deutschen Heldenkults erfüllt. Dass diese deutsche Heldenphrase sich selbst für die rechtskonservative Lokapostille nicht mit “unseren Kenntnissen über die beiden Weltkriege (…) vereinbaren” lässt, scheint vor Ort aber nicht zu stören.

Die 2019 entwickelte Darstellung der “Informationsvitrine” bezieht sich stattdessen erneut auf Georg Götz. Ihm “erscheint” (sic!) die 1953 hinzugefügte Heldenparole “heute fragwürdig”. So lehrt dieser Forscher über die völkische Phrase im “Kriegerdenkmal”. Götz schreibt nicht, dass die Parole wie nachträgliche NS-Propaganda aus postnazistischen Adenauer-Zeiten klingt.

Heldenkult in der Ringpfeilerhalle zu Oldenburg Eversten

Trauerfeiern für deutsche Täter

Auch im neuen Jahrtausend nutzen Nachfahren von NS-Soldaten ihren “offenen Rundtempel”, um dem deutschen Opfermythos mit einer Kranzniederlegung zu frönen. Zum “Volkstrauertag”, der in Deutschland zuallererst der praktischen Schuldabwehr dient, befestigt ein Mitglied vom örtlichen “Bürgerverein Oldenburg-Eversten e.V.” daher Jahr für Jahr ein großes Tannengesteck. Die Schleife gedenkt den deutschen Soldaten der Weltkriege. So heroisieren die Nachfahren in Oldenburg weiterhin Angehörige der verbrecherischen Wehrmacht.

Dass “Vereine Everstens” am “Volkstrauertag” den Soldaten der den Vernichtungskrieg praktizierenden Wehrmacht sowie den mordenden Truppen des wilhelminischen Imperialismus gedenken, unterstützen offenbar diverse Einrichtungen der deutschen Zivilgemeinschaft. In der jüngeren Vergangenheit fanden sich beispielsweise strammstehende Mitglieder der örtlichen Berufsfeuerwehr und andächtige Angehörige des städtischen “Markt-Managements” zu einer “Gedenkfeier” mit Kranzaufhängung zusammen. Die “Nordwest Zeitung” veröffentlichte eine Fotoserie, die das damalige Gedenkkollektiv in diesem “Bestandteil der Everster Stadtteilkultur” bei der Schuldabwehr zeigt.

Kranz in der Ringpfeilherhalle in Oldenburg Eversten

Die Stadt und ihr Weltkriegstempel 

Soldaten, die aus Stadtteilen wie Eversten oder Moslesfehn in die von Deutschland verbrochenen Weltkriege marschierten, erinnerte der “Bürgerverein” aus Eversten auch 2020, wobei die Kranzaufhängung aufgrund der Pandemie ohne “Gedenkfeier” auskommen musste. Dass die Struktur des Bürgertums im deutschen Gedenken des ersten Corona-Jahres sämtliche Bewohner des Stadtteiles vereinnahmte, die auf der rechten Schleife des deutschen Kranzes aufgeführt wurden, muss nicht verwundern. Es gibt keine Proteste gegen den militaristischen Bau, der den Stadtteil seit fast 100 Jahren verunstaltet. Stattdessen sichert die Stadt Oldenburg, die schon die Errichtung des Ungetüms teilfinanzierte, noch im 21. Jahrhundert den Erhalt des “Kriegerdenkmales”, das spätestens seit 1953 vor allem der Huldigung von gefallenen Wehrmachtssoldaten dient.

Deutsche Gleichsetzung

Am 10.11.2020 legten Verantwortliche der Stadt Oldenburg einen Kranz ab, um daran zu erinnern, “wie vor 82 Jahren jüdische Oldenburger in die Deportation getrieben wurden”. Am 15.11.2020 deponierten sie – nur einige Meter entfernt – einen weiteren Kranz. Diesmal ging es ihnen um eine “unvergessene deutsche Stadt im Osten”.

Redner der Corona-Leugnenden

Für ihren “Querdenken”-Aufmarsch in Oldenburg, mit dem die Corona-Leugnenden die postnazistisch-bürgerliche Demokratie im Sarg zu Grabe tragen wollten, fand die Gruppe der Organisierenden einen geeigneten Redner aus der Region. Auf der abschließenden Kundgebung in Oldenburg, die am 24.10.2020 auf dem Schlossplatz stattfand,  sprach der in Nordenham lebende Autor Frank-Rüdiger Halt. Er veröffentlicht seine antikommunistisch-verschwörungsideologischen Machwerke in einem größeren  Selbstkostenverlag. Dazugehörige Auftritte bewirbt die Tageszeitung.

Ansichten eines Verschwörungsautoren

Der 1956 in die Bundesrepublik ausgewanderte Halt war nach Eigenangaben in Westdeutschland als Diplom-Physiker und als “Schulmeister” tätig, bevor er sich als “Gründer mehrerer Initiativen” einer “DDR-Aufarbeitung” verschrieb. Nun produziert der Autor verschwörungsideologische Machwerke, wobei er sich auf rechtslastige “Bürgerrechtler” und “Verschwörungstheoretiker” bezieht. Dass dieser Verschwörungsproduzent mit seinen irrationalen Inhalten, in denen es um “Zersetzung” der Gesellschaft geht, derzeit auch deutsche Corona-Leugnende anspricht, ist kein Zufall.

Frank-Rüdiger Halt verwendet die für den deutschen Verschwörungsglauben, der sich heute auf Aufmärschen der Corona-Leugnenden offenbart, üblichen Phrasen und tritt für passende Videoproduktionen auf. “Ich möchte die Menschen aufwecken”, behauptet der Autor, “und zum NWO-Widerstand bewegen”. Oft munkelt Halt über eine „Neue Weltordnung“ (NWO), für die er offenbar eine „Handvoll“ Personen verantwortlich macht. Er spricht von “Macht- und Geldeliten”, die das “Volk” bereits “seit Jahrhunderten” in einen Zustand des “Wachkomas” versetzt halten, damit es nicht gegen die NWO kämpfe. Dass er altbekannte Verschwörungsmythen aktualisiert, sagt der wütende Mann nicht.

Dafür können Lesende oder Zuhörende erfahren, dass “sie” die „großen Medien“ und die westlichen Staaten kontrollieren. “Dass wir belogen werden, schon seit Jahrhunderten”, dessen ist sich der grauhaarige Verschwörungsproduzent sicher. So raunt der Autor, der seit Jahren offensichtlich an altbekannte deutsche Verschwörungspropaganda anknüpft, wobei er auch Aktualisierungen wie die Klimaleugnung bedient. Seine Ansichten verbreitet Halt nicht nur in Büchern, sondern auch in Interviews mit verschwörungsideologischen Videoprojekten.

Verschwörungsautor mit 34.265 Klicks

Halt ist in Formaten von „NuoViso“, das aktuell Klimaleugnung und QAnon-Propaganda produziert, zu sehen. In Gesprächen mit dem Esoteriker Götz Wittneben, der nach Eigenangaben jeden Monat „mit alten Menschen deutsche Volkslieder“ singt, wenn er nicht Einzelbesuche zu 500 Euro macht oder rechtslastige Verschwörungspropaganda produziert, ergaben sich schnell viele Gemeinsamkeiten. Beide glauben, so zeigt sich in den “Neuen Horizonte”-Sendungen von “NuoViso” vielfach, an eine uralte Konspiration, die in der Gegenwart bürgerliche Sozialstrukturen beseitigt. Ihr verschwörungsideologischer Austausch, der auch der Buchwerbung dienen soll, offenbart rasch die Standpunkte des Autoren, der bei Corona-Leugnenden beliebt ist.

Vom Antifeminismus und der Schuldabwehr

In den Gesprächen vor der Kamera beklagen beide Verschwörungsproduzenten eine andauernde Zerstörung der bürgerlichen Kleinfamilie, die durch die Moderne im Allgemeinen und den Feminismus im Besonderen bedroht sei. Dass Frank-Rüdiger Halt vielfach anti-feministische Positionen einnimmt, zeigt sich auch mit einer typischen Chiffre – sowie dem dazugehörigen Verschwörungskonstrukt: Ein Rockefeller habe die „Emanzipation der Frau (…) erfunden und finanziert, (…) um die Kinder (…) und die Steuergelder der Frau zu bekommen”, spricht der Autor. Er gibt den Dozenten, während sein Kompagnon vor einer „androgynen Gesellschaft“ warnt.

Der misogyne und verschwörungsideologische Irrationalismus, in Form der kum­pel­haften Stammtischanekdote, geht mit ahistorischen Gleichsetzungen einher. So bietet Halt passende Erklärungen für Nachfahren von deutschen Tätern, welche organisatorisch an den hiesigen Aktionen der von Corona-Leugnenden beteiligt sind. Dabei nutzt er unter anderem typische Terme wie „Sippenhaft”, wobei er nicht nur im Gespräch mit Wittneben eine Möglichkeit der Schuldabwehr für direkte Täter und die Nachgeborenen bietet. “Es steht mir ja gar nicht zu, dass im Nachhinein zu beurteilen”, lautet sein Persilschein.

Dass er mit seinen Tiraden immer wieder den Nationalsozialismus relativiert, zeigt sich auch in den Interviews deutlich. Während der Verschwörungsproduzent ideologische Kameraden wie Daniele Ganser lobt, wütet er unter anderem gegen Greta Thunberg: “Also Heute haben wir massenhaft Propagandisten, so wie es sie nie gegeben hat. Dabei war das harmlos, glaube ich”, empört sich der Stammtisch-Autor, “unter ’33 und später.” Mit ungeheuerlichen Verharmlosungen, die Opfer und Nachfahren der Shoah verhöhnen, dürfte sich Halt für einen Auftritt bei den Corona-Leugnenden in Oldenburg qualifiziert haben, die auf ihren Zusammenkünften und im Internet ähnliche Abscheulichkeiten des Antisemitismus erbrechen.

Werbung im Provinzblatt

Seine verstörenden Verhöhnungen verbindet Halt mit einer für den deutschen Verschwörungsglauben typischen Abneigung. Der Sozialismus sei eine “Erfindung von Intellektuellen”, doziert der früher in der Gauck-Behörde tätige Verschwörungsideologe, der sich auch an dieser Stelle in den Bereich völkischer Geschichtsschreibung begibt. Im Anschluss spricht Frank-Rüdiger Halt von Adolf Hitler, den er auf diese Weise zum Produkt von Personen wie Karl Marx macht, was Halts offene Verachtung vor der “echten Bewegung” veranschaulicht, die ihm in ihrer vermeintlichen Allmacht auch für die “US-imperiale Globalisierung” und Tote des Mittelalters verantwortlich scheint.

Verschwörungsphrasen für die Gläubigen: Oldenburg (24.10.2020)

Wenn Halt spricht, dann verwendet er typische Verschwörungschiffren, um die für „Vernichtung“ verantwortliche „Machtelite“ zu identifizieren, die er – auf den geistigen Spuren seiner deutschen Ahnen – für den drohenden Kommunismus sowie den heutigen Kapitalismus in Haftung nimmt. Während der empörte Autor – ganz klassisch – von “den Rockefellers” schwadroniert, träumt er davon, dass sich die „Untertanen-Völker“ erheben. Solche Verschwörungsfantasien sprechen derzeit Gläubige an, die sich auf Manifestationen der Corona-Leugnenden zusammenfinden.

Mit entsprechenden Inhalten befriedigt Halt diese Zuhörer_innenschaft. Allerdings ist der Verschwörungsautor auch an anderen Orten in der Region aufgetreten. Schon 2016 las Frank-Rüdiger Halt aus seinem Buch „Volk im Wachkoma“. Die Lesung in einem Seniorenzentrum wurde, so wie derzeitige Versammlungen der Corona-Leugnenden, in der Nordwest-Zeitung (NWZ) beworben. Dort erscheinen die aktuellen Ansammlungen der Verschwörungsgläubigen nicht als konkrete Bedrohung, sondern als Event der Meinungen, wobei die Zeitung sogar Terminhinweise der Verschwörungsgläubigen veröffentlicht.

Im regional bedeutenden Provinzblatt, das aktuelle Auswüchse des deutschen Irrationalismus seit Wochen verharmlost, fand sich ein werbender Hinweis auf die damalige Lesung, wobei diese Tageszeitung im Text sogar eine Telefonnummer zur Vereinbarung von weiteren Auftritten mit ihrem “freundlichen Querdenker” veröffentlichte. Dass dieser Vortragende den verschwörungsideologischen Dreiklang aus Antifeminismus, Antikommunismus und Antisemitismus bringt, wurde nicht erwähnt. Daher muss es nicht verwundern, dass sich solche Erkenntnis auch nicht im Hinblick auf die inhaltsähnlichen Veranstaltungen der Corona-Leugnenden in der NWZ-Redaktion durchsetzen konnte.

 

Verschwörungsideologie gegen Menschenwürde

Mehrfach kamen sie in den vergangenen Wochen in Oldenburg zusammen, um für “Grundrechte” und “Menschenwürde” einzutreten. Dem langen Aufruf der Organisatorin, Friederike Pfeiffer-de Bruin, folgten in den vergangenen Wochen eine stetig größere Anzahl von Corona-Leugner_innen. Letztlich stieg die Zahl der Demonstrant_innen in den dreistelligen Bereich. Die Steigerung erklärt sich auch durch die unkritische Einordnungen seitens des hiesigen Regionaljournalismus, der die Demonstrationen zur Corona-Leugnung zunächst bewarb.

Die Zusammenkunft am 18.04 begleitete zum Beispiel der TV-Sender “Oldenburg Eins” genauso wie die hiesige Polizei: es blieb bei einer unkritischen Einordnung. Der Beitrag der lokalen TV-Station bewarb die Aktionen des regionalen Ablegers der bundesweiten Aktionen von deutschen Verschwörungsgläubigen. Die Organisationsstruktur um Friederike Pfeiffer-de Bruin nutzte den Werbeclip, um in Sozialen Netzwerken auf ihre nächste Demonstration hinzuweisen, die der Moderator sogar mit Zeit- und Ortsangabe ankündigte.

Im – mittlerweile gelöschten – Video von “Oldenburg Eins” gibt es viel Verständnis für die Aktionen, die auf dem Schlossplatz in Oldenburg stattfanden: “Manch einer dachte wohl, (…) lebe ich überhaupt in einer Demokratie? Das ging auch Friederike Pfeiffer-de Bruin so”, hieß es zu Anfang des Werbebeitrags, der danach zunächst der Organisatorin das Wort gab, die über die während der Demonstrationen stattfindenden Grundgesetz-Verteilungen sprach. Dabei stellte sich die Aktivistin als Teil der gesellschaftlichen Mitte dar: “Wir sind (…) freie Bürger, die einstehen für unsere Grund- und Menschenrechte”, beteuerte die Aktivistin im Werbebeitrag.

Weitergehende Inhalte der Organisatorin finden sich allerdings auf einer Internetseite, über die Pfeiffer-de Bruin die Aktionen bewirbt. Neben einem “Offenen Brief an alle gewählten Vertreter Deutschlands”, der den “sofortigen Rücktritt von (..) Bundeskanzlerin Merkel” einfordert, veröffentlicht die Aktivistin dort recht umfangreiche Ausführungen. Auf ihrer Seite munkelt sie von fremdbestimmten “PolitikerInnen”, die “augenscheinlich nicht im Sinne der Bürger Deutschlands handeln”

Die Corona-Pandemie erscheint Pfeiffer-de Bruin offenbar als “Experiment”, wobei diese Organisatorin vor einer angeblichen “Impfpflicht” warnt. Immer wieder fällt der Name von Bill Gates: Dass der Microsoft-Gründer, der den anti-amerikanischen Verschwörungsgläubigen nun als Feindbild dient, in diesem Zusammenhang wichtig sei, “wird spätestens klar, wenn man diesen Zusammenhang einmal vorbehaltlos googelt”, belehrt die Impfgegnerin im Netz.

Das Werbevideo des Lokalsenders verschwieg solche Positionen – und gab stattdessen mit der Organisatorin den esoterischen Tipp, doch reichlich Sonnenenergie gegen Covid-19 zu tanken. Zuvor zeigte es nicht nur die Aktivistin, sondern auch ihren Kompagnon. Thorsten Mierswa kam im “Oldenburg Eins”-Clip ebenfalls mit einem ausführlichen O-Ton zu Wort. Es ginge ihm um den “Dialog”, den er derzeit nur über Facebook führen könnte. Das Lokalfernsehen illustriert diese Auslassungen mit Auszügen aus seinem Profil.

Kritische Einordnungen gab es keine. Dabei teilt dieser Organisator über seinen Account viele verschwörungsideologische Positionen. In seinem öffentlichen Facebook-Stream finden sich zum Beispiel Interviews von anti-feministischen Personen wie Eva Herman, Lügentweets von geschichtsrevisionistischen Rechtskonservativen wie Erika Steinbach sowie Statements von völkischen Nationalsozialisten wie Björn Höcke. Hinzu kommen Beiträge der antisemitischen Verschwörungsindustrie, die auch über YouTube-Kanäle ihren Profit realisiert. 

Inhalte des Produzenten Ken Jebsen, der einer der bekannteren Verschwörungspropagandisten in der Bundesrepublik ist, teilt der Aktivist vielfach. Videos von Christoph Hörstel, der seinem Publikum vor allem geschichtsrevisionistische Verschwörungspropaganda und anti-israelische Positionen bietet, finden sich ebenfalls im Facebook-Profil des Organisatoren. Der Organisator verbreitet dort rassistische und antisemitische Erzählungen, die rechten Terror zum “Clan-Krieg” machen.

Staunende Zeitgenoss_innen erfahren auch von einem antisemitischen Märchen, das wie so oft frauenfeindliche Elemente aufweist: Kanzlerin Merkel, Brexit-Premierministerin May sowie die lettische Ministerpräsidentin Straujuma seien, so die Lüge, in einer “Kaderschmiede” der “Rothschild-Familie” für ihre zukünftigen Aufgaben präpariert worden. Solchen Antisemitismus verbreitet der Organisator vielfach über Facebook, was für einen kurzen Moment sogar im Werbebeitrag von “Oldenburg Eins” zu erkennen war.

Die Gruppe um Pfeiffer-de Bruin und Mierswa begreift sich als Teil der bundesdeutschen Querfront-Strukturen, die in den vergangenen Wochen in verschiedenen deutschen Großstädten zum kollektiven Kontaktverbotsverstoß in Form von Durchseuchungsdemonstrationen aufrief. Sie beziehen sich auf die “Kommunikationsstelle Gewaltfreier Widerstand”, die auf ihrer Internetseite auf Aktionen in vielen Städten verweist. Außer Oldenburg finden sich Namen wie Hamburg, Erfurt und Berlin neben der Karte. Dort kam es zu größeren Zusammenkünften, zu denen die antisemitische Verschwörungsszene von ganz Rechts mobilisierte.

Ähnliches lässt sich für die Demonstrationen in Oldenburg belegen. Hier beteiligte sich zum Beispiel die Holocaust-Leugnerin Imke Barnstedt, die als Schauspielerin in Erscheinung trat, an der Demonstration der Corona-Leugner_innen. Kader der völkischen AfD ließen sich am Rande blicken. Mittlerweile verbreitete die Partei eine Rede, die auf einer Kundgebung der Corona-Leugner_innen entstand. Es handelt sich um Inhalte, die der antisemitische Verschwörungsideologe Werner Altnickel, der eigentlich “Reichsbürger”– und Chemtrail-Mythen propagiert, gleichfalls spiegelt

Es verwundert wenig, dass sich auch auf der Facebook-Seite der Organisator_innen antisemitische Inhalte finden. So schrieb ein Unterstützer über “drei jüdische Familien”, die maßgeblicher Teil von “Logen und Machteliten” seien, welche angeblich die Welt beherrschen. Pfeiffer-de Bruin ergänzte diesen Antisemitismus einige Stunden später. “Alles, was gegen Juden vorgebracht wird, (…) wird niedergemacht und gewaltbereit verfolgt”, klagte diese Veranstalterin.

Obwohl manche Organisator_innen und viele Teilnehmer_innen verschwörungsideologische und antisemitische Inhalte produzieren, gab es mehrfache Unterstützung durch die Stadt und ihre Behörden. Das Bürger- und Ordnungsamt sowie die hiesige Polizeiinspektion erstellten offenbar ein Flugblatt. Diesen “Flyer für die Versammlungsteilnehmer/innen” veröffentlichten die Veranstalter_innen auf ihrer Internetseite. 

Die Polizei hielt es so wie die Berichterstatter_innen des Lokalfernsehens, was ebenfalls für viel Lob sorgte. “Wir haben eine sehr konstruktive Zusammenarbeit”, konstatierte die Veranstaltungsleitung,  bezeichnenderweise im Gespräch mit dem Antisemiten Martin Lejeune, über diese Kollaboration. In einem Newsletter beklagte sich Pfeiffer-de Bruin aber über Vorgaben zur “Bedeckungspflicht”, die sie als “einigermaßen absurd” verunglimpfte. Dass die Auflagen ohnehin nur auf dem Papier galten, belegen mehrere Videos, die ein rechtslastiger YouTube-Hetzer produzierte.

Verschwörungsideologische Inhalte, die oft im offenen Antisemitismus enden, begeistern in Zeiten der Corona-Pandemie eine gesellschaftliche Gruppe, welche sich dem deutschen Wahn hingibt. Das zeigten nicht nur die Demonstrationen der letzten Wochen, sondern auch eine Paypal-Spendensammlung der Organisator_innen. In kurzer Zeit kamen über 750 Euro zusammen. Eine Finanzspritze gab es durch eine Gestalt, die sich augenzwinkernd als “antisemitischen, rechtsradikalen, verschwörungstheoretischen Putinversteher” bezeichnete. Offenbar erhalten die Organisator_innen genau die Unterstützung, die sie aufgrund ihrer Inhalte verdienen.

Corona-Aktionismus

Verschwörungsideologische Akteure, welche die Gefährlichkeit von COVID-19 leugnen, rufen für den morgigen Samstag, um 15 Uhr 30, zu bundesweiten Spaziergängen auf vielen Marktplätzen auf. In Oldenburg möchte die Esoterikerin und Impfgegnerin Friederike Pfeiffer-de Bruin mit gleichgesinnten Personen auf die Straße gehen. Auf einer extra erstellten Internetseite macht diese Aktivistin, die in dem esoterischen Wohnprojekt “clan-b” in Hatten lebt, die Pandemie zu einem “global angelegten Experiment”, für das vor allem Bill Gates verantwortlich sei. Zugleich erfreut sie sich an der aktuellen Situation: “Fast schon feierlich, wie wir zu einer neuen Erden-Gemeinschaft zusammenfinden. Wie schön, endlich einmal global vereint zu sein. Wir alle. Das gab es so wohl noch nie”, heißt es auf ihrer Internetseite.

Faksimile von der bundesweiten Seite der Verschwörungsaktivist_innen 
Faksimile von der bundesweiten Seite der Verschwörungsaktivist_innen