Alles Lüge (II)

Die Verschwörungsfans der anti-imperialistischen Plattform „Mein Parteibuch“ arbeiten weiterhin an ihrem Libyen-Mythos: Sie stellen die Behauptung auf, dass die libysche Hauptstadt Tripolis gar nicht von Rebellen eingenommen worden wäre.

In einem weiteren Artikel tun die Verschwörungsfans alles dafür, diesen Mythos durch angebliche Beweise zu untermauern. Da werden beispielsweise Fernsehbilder aus Tripolis untersucht und die Behauptung aufgestellt, in Wirklichkeit seien diese in einem Filmstudio in Katar entstanden:

Sara Sidner hat für CNN nicht aus Tripolis berichtet, sondern aus einem Filmstudio in Katar. Zur Vorbereitung der Lügengeschichte wurde von CNN in einem ihrer Berichte eine Kulisse von Zawiyah mit Trickfilmmitteln eingebaut. Dann verbreitete Sky ein Video, wo ihre Kollegin, Sky-Propagandistin Alex Crawford auf einem Wagen durch die Nacht fahrend zu sehen war, aber kein Stück zu erkennen war, wo sie sich wirklich befand, und behauptete, sie fahre nun nach Tripolis. Dann tauchte Sara Sidner, Alex Crawford und einige andere NATO-Propagandisten mit einigen Statisten vor der großen Filmkulisse in Katar auf, wo der grüne Platz von Tripolis nachgestellt war, und behaupteten, sie seien mit NATO-Lakaien unbehelligt auf den grünen Platz in Tripolis vorgedrungen.

Es wird genügend Menschen geben, die dieser Geschichte glauben schenken wollen. Im Kern reproduzieren die Verschwörungsfans hier die Inhalte des Films „Wag the Dog“, in dem ein Krieg ebenfalls im Hollywood-Studio nacherzählt wird. Wie im Film „Unternehmen Capricorn“, indem die Mondlandung im Studio gedreht werden soll, geht es ihnen um die Behauptung, dass ein derartig riesiges Unterfangen nachgestellt worden wäre.

Dass es dafür unzählige Mitwisser geben müsste, zum Beispiel die Mitarbeiter des Filmstudios und hunderte Statisten, wird gerne ausgeblendet. Dafür werden Bilder akribisch nach Beweisen untersucht und nach vermeintlichen Ähnlichkeiten zwischen Tripolis und dem Filmstudio in Katar gefahndet. Fotomontagen werden zur pseudo-kriminalistischen Beweisführung herangezogen.

Da wird von angebliche CIA und Mossad-Operationen gesprochen, nur um nicht die Niederlage des antisemitischen „Bruder Führers“ Gaddafi anzuerkennen, dem sich die Verschwörungsfans von „Mein Parteibuch“ so sehr verbunden fühlen. „Tripolis ist nach wie vor frei“, heißt es daher jubilierend auf der Internetseite „Mein Parteibuch“.

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