Katastrophenverklärung

An der Nachricht kam kein Mensch vorbei: Am 11.​03.​2011 ereignete sich ein verheerendes Erdbeben, das einen Tsunami auslöste, der Japan verwüstete. Die Ursachen werden von anderen Menschen in Frage gestellt. Für sie sind die Ereignisse keine Naturkatastrophe, sondern haben entweder gar nicht stattgefunden oder es wird eine gigantische Verschwörung konstruiert, die das Erdbeben ausgelöst haben soll.

Beispielsweise behauptete die antisemitische, geschichtsrevisionistische Internetseite Polska-Web, dass es gar kein Erdbeben gegeben hätte. Sie schrieben von einem „angeblichen Erdbeben“, das seinen Ursprung bei „BBC London und NHK Tokio“ habe. Die Katastrophe wurde dort als „eine reine Erfindung von Behörden, Medien und Politikern“ bezeichnet.

Doch nicht nur die Antisemiten vom Polska-Web taten sich mit solchen Bemerkungen hervor. Da wäre zum Beispiel die Esoterikerin Nina Hagen, die ebenfalls behauptete, dass es sich bei dem Erdbeben in Wirklichkeit ebenfalls um einen Angriff durch die amerikanische Mega-Geheime-Superwaffe gehandelt hätte. Die Gruppe „Arbeiterfotografie deutete das Erdbeben auf eine andere Weise.

Die „Arbeiterfotografie“ sprach von einem „Verbrechen“ und stellte die rhetorische Frage, „wer es angeordnet und wer es ausgeführt hat“. Diese Frage wurde natürlich beantwortet. Die Gruppe behauptet, dass der „Ex-Finanzminister Japans (…) auf die Frage, warum er die Kontrolle über die finanziellen Reserven Japans einer Handvoll amerikanischer und europäischer Oligarchen übergeben hat, geantwortet habe, ihm sei mit einem Erdbeben gedroht worden (…).“

So wird die Naturkatastrophe umgedeutet. Solche Theorien sind nichts Neues, zumindest bei der Gruppe „Arbeiterfotografie“. Bereits während des Erdbebens in Haiti hatte die „linke“ Gruppe von einer Geheimwaffe schwadroniert, die angeblich von den USA eingesetzt worden wäre, um das verarmte Land unter ihre Kontrolle zu bringen. Die Verklärung der Realität ist eben nicht nur ein Thema für die Antisemiten von „Polska-Web“, sondern scheint auch bei Gruppen wie der „Arbeiterfotografie“ beliebt zu sein. Da ist eine angebliche super-geheime Erdbebenwaffe gerade gut genug, um sich die Realität so zurechtzubiegen, bis sie zum anti-amerikanischen Weltbild passt.

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