Der Sith-Lord der Linkspartei

Kapitalisten als dunkle Seite der Macht. Herren in feinen Anzügen, die Geld besitzen. Mittendrin: ein dunkler Sith-Lord, der die Merkel-Raute macht. Kein Stoff für einen Science-Fiction Film. Stattdessen Werbung anläßlich der Kommunalwahl in Oldenburg. Die hiesige Linkspartei nutzt dabei eine zentrale Figur aus der „Krieg der Sterne“-Mythologie.

In einem Werbeclip, der im größten Kino der Stadt gezeigt werden sollte, sind zwei Herren mit Geldkoffern zu sehen. Die Karikaturen des Kapitals, die altbekannte Ressentiments bedienen, tanzen mit Darth Vader, der die dunkle Seite der Macht verkörpert. Vader zeigt die Merkel Raute, während eine Stimme von „bedrohlicher Energie“ spricht. Vom Kapitalverhältnis und seiner Totalität ist nicht die Rede. Stattdessen wird werden Vorurteile bedient.

Der schwarze Sith-Lord, der mit der jetzigen Bundeskanzlerin assoziiert wird, ist von den Herren mit Geldkoffern umgeben, die TTIP und CETA-Beschilderungen tragen. Schwarze Balken sollen dem Zuschauer beweisen, dass es sich bei diesen Kapitalisten um richtige Bad Guys handelt: „Damit die dunkle Seite der Macht, das Kapital, nicht die Politik bestimmt“, beschwört eine weibliche Stimme mit einigem Elan, bevor Sie das Kinopublikum zur Stimmabgabe bittet.

Darth Vader, umgeben von Herren in Anzügen, die als „das Kapital“ die Politik bestimmen. Mit derartigen Bildern, die in Form einer Werbe-Karikatur auf Bildschirme gelangen, arbeitet die Partei nun im Internet. Das örtliche Kino weigerte sich den Spot auszustrahlen. Es munkelte von Urheberrechtsverletzungen, die von Anwälten geprüft worden seien. Die Linkspartei protestierte und schrieb von Zensur, während sie den den Clip im Netz verbreitete.

Ob die Partei die Geschichte der Figur kennt, die sie für Werbung gebraucht? Der kleine Anakin Skywalker, der zum jugendlichen Killer heranwuchs, beteiligte sich zunächst an der Ermordung des Jedi-Meisters Mace Windu, um danach hunderte andere Ritter des Ordens zu richten. Im Anschluss an diese Massaker mordete der kommende Darth Vader die jungen Kinder, die die Schüler der Jedi waren, bevor er die politischen und militärischen Führer der Separatisten meuchelte.

Angela Merkel ist Kanzlerin, die eine  gefährliche Republik repräsentiert. Sie kein Lord mit Lichtschwert, sondern Vollstreckerin deutscher Ideologie. Als Staatsoberhaupt mordet sie keine Kinder durch eine Laserwaffe, sondern betreibt eine Politik, die zu kritisieren ist. Die humanistischen Phrasen, der sich die Kanzlerin bedient, verhüllen eine alltägliche Praxis, die sich gegen Flüchtlinge richtet.

Trotz alledem: Merkel ist kein Sith-Lord, die mit konstruierten Bad Guys tanzt. Gegen solche Personifikationen des Kapitals schrieb schon ein gewisser Karl Marx an. Die Linkspartei aus Oldenburg scheint weder die Thesen des Philosophen noch die Geschichte des Meuchelmörders zu kennen. Stattdessen missbraucht sie eine Figur, um einfache Feindbilder per Werbeclip zu verbreiten, der bislang mehr als 18.000 Mal angeklickt wurde.

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