Corona-Party?!

Während Läden wie die Rote Flora “bis auf weiteres alle öffentlichen Veranstaltungen” absagen, “um die Ausbreitung des Virus möglichst lange zu verzögern”, geht in Oldenburg bislang alles seinen gewohnten Gang. Heute findet im linksdeutschen Zentrum Alhambra offenbar die “Zombie Apokalypse Minigolf-Party” statt: “Minigolfen und Tanzen, dabei vorsichtig sein sich nicht zu infizieren! Dabei lecker Cocktails im schaurig-schönen untoten Ambiente”, heißt es in der Ankündigung, die zudem mit einem “Seuchenschutzteam” sowie einem “Impfstoff oder” dem “Gegenmittel” wirbt. Bis zum Nachmittag gab es keine Absage. Meine morgendliche Anfrage wurde nicht beantwortet.

Update (18.03.2020): Die Hoffnung auf die Restvernunft erfüllte sich nicht und die Party fand offenbar statt. Mittlerweile ist die links-alternative Lokalität für die Öffentlichkeit geschlossen. Derweil schreibt eine dort aktive Veranstaltungsgruppe zur Absage ihrer Party, “dass in Kürze Gästelisten seitens der Stadt angefordert werden. Das harmoniert nicht mit unserem Konzept.” So klagt “Unterste Schublade”, die ihrem Namen alle Ehre machen.

NachtiDrohKotz: Drama in drei Akten

Als die Fachschaft Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 10. Februar 2017 zu einer Veranstaltung mit Clemens Nachtmann einlud, empörten sich Zeitgenoss_innen bereits im Vorfeld. Die Vorwürfe gegen den Autor, der in der ideologiekritischen Monatsschrift Bahamas manche Polemik veröffentlichte, lautete wie folgt: In Wahrheit, so die textliche Infamie, handele es sich um einen “rassistischen Demagogen“, der den „völkischen Mob zum Frohlocken“ bringt. So lebten alte Einordnungen fort, die linksdeutsche Demagog_innen verwenden, um antideutsche Kommunist_innen zu verunglimpfen.

Inhalte produzierten das Klima für Taten, die nicht nur den Referenten trafen. Nach der Veranstaltung, die eine perfide Wasserattacke überschattete, erhielten zwei Feministinnen, die sich gegen antisemitische Strukturen in der Region engagieren, drohende Anschreiben. Gefälschte Ehrenurkunden landeten in ihren Briefkästen, weil sie Clemens Nachtmann zuhörten. Den Bezichtigungen folgten diese Schreiben, wobei sich Täter_innen als “Ortsgruppe” der AfD inszenierten. Andere Verantwortliche, die das nötige Klima generierten, sollten nicht in Vergessenheit geraten. Die Anklagen und ihre Folgen seien zumindest an dieser Stelle benannt.

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