Planschen in “Palästina”

“Der nächste Stopp ist ein Schwimmbad. Hier sollen wir uns nun endlich wirklich erholen. Es gibt zwei Becken, eines für Männer und eines für Frauen. Um das Becken der Männer ist ein Garten angelegt (…). Das Becken der Frauen ist blickdicht abgeschirmt mit Mauern drum herum, einem verdeckten Eingang und verhängten sehr hohen Zäunen. (…) Es geht hierbei um Hygiene, nicht um die Verdeckung weiblicher Reize. (…) Auch Frauen, die Hijab tragen sollen sich hier sicher vor Männerblicken frei bewegen und sich amüsieren können. Nach der ersten Irritation fühlen wir uns schnell wohl in dieser Frauenwelt, planschen wild herum und lachen viel über uns mit unseren komischen Badekappen.”

Aus dem Reisebericht einer linksdeutschen Truppe, die zum diesjährigen Farkha-Festival der antisemitischen “Palestinian People’s Party” fuhr. Die Reiseleitung um den Aktivisten Kerem Schamberger “konnte 5.000 Euro Spenden zur Finanzierung des Farkha-Festivals  mitbringen”. Einen Bericht über die letztjährige Zusammenkunft junger Antisemit_innen gibt es hier.

Reisen gegen Israel

Zwischen dem 23. Juli und dem 30. Juli 2017 fand zum 24. Mal das sogenannte “Farkha Youth Festival” statt, mit dem die “Palestinian People’s Party” (PPP) ihren internationalen Anhang gegen Israel mobilisiert. Im kleinen Dorf Farkha, rund 30 Kilometer von Nablus gelegen, begeisterten sich deutsche Teilnehmer_innen, die zuvor in der Bundesrepublik Spenden sammelten, für esoterischen Bioanbau, mordendes Märtyrertum und antisemitische Verschwörungskonstrukte. Reaktionäre Praktiken, die der Emanzipation im Wege stehen, registrierte ein Chronist, dessen Delegation in Farkha mit einem Bäumchen und viel Folklore bedacht wurde, nur am Rande.

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Ansichten eines Referenten

Am 07. April referiert der Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger auf Einladung des “Oldenburger Friedensbündnis” zur Situation in der Türkei. Die Geschehnisse der vergangenen Monate seien ein “Putsch im Putsch”, heißt es in der Einladung. Andere Inhalte des Referenten finden leider keine Erwähnung. Dabei bezieht Schamberger Positionen, die er “ganz explizit” offenbart. Der Referent beurteilt Messermorde, denen seit 2015 mehr als 30 Israelis zum Opfer fielen. Statt Empathie zu entfalten, tritt Schamberger in die Fußstapfen deutscher Poeten: Während er Auschwitz zur israelischen Waffe macht, bezieht sich der Referent auf Personen, die die “nationale Einheit” und den “bewaffneten Widerstand” reaktionärer Organisationen begrüßen.

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