Liturgien des Verschwörungsglaubens

„Wir rocken Bremen“, meldeten Mitglieder der Deutschen Mitte, die ein ausdauernder Verschwörungsinterpret unterstützte. Kader der Kleinpartei errichteten im vorherigen Monat nicht nur in der Hansestadt einen Infostand, um letzte Unterstützungsunterschriften für den Wahlantritt zu sammeln, sondern agitierten auch in der niedersächsischen Provinzhauptstadt. Die Sammelaktionen der Parteimitglieder, uniformiert in weißen Westen, begleitete der Sänger der “Bandbreite”. Der Musikant reiste aus Nordrhein-Westfalen an die Weser, um im Anschluss ebenfalls mehrere Tage in Hannover aufzutreten. Die verzweifelt anmutenden Bemühungen krönte ein Teilerfolg, der den laufenden Wahlkampf ermöglicht; in anderen Bundesländern ist die Kleinpartei zumindest dieses Mal an mangelnder Unterstützung und fehlenden Strukturen gescheitert. Weiterlesen “Liturgien des Verschwörungsglaubens”

Alternative für mürbe Mehrheiten

“Besser als ein Rock-Konzert”, behauptet die Partei im Nachhinein.  Beifall brandet auf, als der 1956 geborene Parteiführer Christoph R. Hörstel zum Abschluss des zweiten Bundesparteitags der Deutschen Mitte (DM) an sein Mikrofon tritt. Frenetischer Jubel im Saal, nachdem der Vorsitzende seine Ausführungen beendet. Rund 200 Parteimitglieder zelebrieren durch “tosenden Beifall” die Verbundenheit mit ihrem Vordenker, der sich als Gründer und Visionär inszeniert. Der Verschwörungsideologe offenbart in einem Bio-Hotel in Berlin-Köpenick seine Vorstellungen. Zunächst habe Hörstel eine “Bewegung” geschaffen, die “die 3.000er Marke überschreitet”. Parteimitglieder sollen nun die erschreckenden Pläne realisieren, die die rigide Führung konzipiert.  

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Kommunismus sieht anders aus

In der Nacht von Sonnabend auf Sonntag hat sich irgendjemand Zutritt zu unserem Tagungsort und dem – verschlossenen – Plenumssaal verschafft und dort rote Fahnen verschwinden lassen, das KI-Logo heruntergerissen, rund 50,- Euro aus den Spendendosen der Materialien- und Zeitungstische gestohlen und eine Kamera zerstört. Garniert war das Ganze mit einer halbvoll stehen gelassenen Bierflasche und der Botschaft: „Kommunismus sieht anders aus“.

Frank Flegel, Herausgeber des Monatsmagazins „Offensiv“, über ein Treffen der „Kommunistischen Initiative“ in Hannover.

Der klandestine Kongress der Verschwörungsfans

Der Kongress des Jens Blecker, der am 02.04.2011 in Hannover stattfinden sollte, ist vorübergegangen. Das Treffen, das Blecker auf den Namen „Kongress der unabhängigen Medien“ getauft hat, ist ein mittlerweile jährliches Treffen der „Infokrieger“-Szene. Blecker ist Betreiber der verschwörungsideologischen Internetseite„Infokrieger-News“ und spricht mit seinen Treffen die Szene an, die sich auf seiner Internetseite ihre tägliche Dosis Verschwörungstheorie abholt.

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Die Konferenz des Infokriegers

Jens Blecker hat sich ein hohes Ziel gesetzt. Er möchte mit dem dritten „Kongress der unabhängigen Medien“, der am 02.04.2011 in Hannover stattfinden soll, „Pionierarbeit“ leisten. Der Kongress ist nur ein Teil des „Informationskriegs“, dem sich der „Infokrieger“ aus Helmstedt verschrieben hat.

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Hass & Nostalgie

Marx Bemerkung, dass sich „weltgeschichtliche Tatsachen“ das „eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce“ ereignen, lässt sich auch auf einige Zeitschriften übertragen, die das Erbe der „kommunistischen Bewegung“ vertreten wollen. Da wäre zum Beispiel die Zeitschrift „Offensiv“ (Hannover), die in unregelmäßigen Abständen erscheint. Dort finden sich Inhalte, die man eigentlich nur als Farce bezeichnen kann.

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