Praktiken der BDS-Bewegung

Am 12. Juni sprachen sie in der Provinz. Zehn Tage später störten sie eine Veranstaltung in der Hauptstadt. Reisefreudige Kader, die zur BDS-Bewegung gehören, trugen ihre Inhalte vor. Während sie an beiden Orten den israelischen Staat dämonisierten, brüllten sie in Berlin eine Überlebende der Shoa nieder.

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Alternative für mürbe Mehrheiten

„Besser als ein Rock-Konzert”, behauptet die Partei im Nachhinein.  Beifall brandet auf, als der 1956 geborene Parteiführer Christoph R. Hörstel zum Abschluss des zweiten Bundesparteitags der Deutschen Mitte (DM) an sein Mikrofon tritt. Frenetischer Jubel im Saal, nachdem der Vorsitzende seine Ausführungen beendet. Rund 200 Parteimitglieder zelebrieren durch “tosenden Beifall” die Verbundenheit mit ihrem Vordenker, der sich als Gründer und Visionär inszeniert. Der Verschwörungsideologe offenbart in einem Bio-Hotel in Berlin-Köpenick seine Vorstellungen. Zunächst habe Hörstel eine “Bewegung” geschaffen, die “die 3.000er Marke überschreitet”. Parteimitglieder sollen nun die erschreckenden Pläne realisieren, die die rigide Führung konzipiert.  

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Keine Zeit zum Denken

Die Produktion esoterischer Ratgeberliteratur beschreibt der „Lebenscoach“ Elias Fischer, mit deutlichen Worten. In seinem Werk „Mein Leben 2014“, in dem ansonsten über ein „Wechseln der Matrix“ und „inneren Frieden“ aufgeklärt wird, heißt es: „Ich habe dieses Buch in einem halben Jahr runter getippt. Es geht ziemlich flott, da ich keine Zeit mit Nachdenken und Korrigieren verbringe. Es flutscht einfach.“ Der Autor dieser Zeilen wurde beim Lesen dieses Machwerks nicht nur mit den Produktionsbedingungen der Esoterik konfrontiert, sondern stieß auf Vor-, Feind- und Rollenbilder, mit denen sich Fischer „im Namen der Liebe“ auseinandersetzt. Er nutzt das Mittel der Reproduktion, um uralte Mythen zu beleben – und ausführliche Anleitungen zu vermitteln, die seiner Vorstellung von „göttlichem Sex“ entsprechen.

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Plan des Klischee-Kommunismus

Die zehnte Folge aus der ersten Staffel der klassischen Serie „Mission Impossible“ verwendet erneut ein altes Feindbild. Mal wieder wollen Klischee-Kommunist_innen die Welt erobern, indem sie Giftanschläge gegen Zivilist_innen in den USA verüben. Das Team, das durch einen besonderen Gast ergänzt wird, infiltriert daher ein komplettes Kulissendorf. Die Story reproduziert derweil manches Stereotyp.

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Ansichten eines Referenten

Am 07. April referiert der Kommunikationswissenschaftler Kerem Schamberger auf Einladung des „Oldenburger Friedensbündnis“ zur Situation in der Türkei. Die Geschehnisse der vergangenen Monate seien ein „Putsch im Putsch“, heißt es in der Einladung. Andere Inhalte des Referenten finden leider keine Erwähnung. Dabei bezieht Schamberger Positionen, die er „ganz explizit“ offenbart. Der Referent beurteilt Messermorde, denen seit 2015 mehr als 30 Israelis zum Opfer fielen. Statt Empathie zu entfalten, tritt Schamberger in die Fußstapfen deutscher Poeten: Während er Auschwitz zur israelischen Waffe macht, bezieht sich der Referent auf Personen, die die „nationale Einheit“ und den „bewaffneten Widerstand“ reaktionärer Organisationen begrüßen.

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Kader auf dem Wehrmachtsfriedhof

Andreas Maurer, Abgeordneter der sogenannten Linkspartei im niedersächsischen Quakenbrück, legte kürzlich mit seiner Begleitung Kränze und Blumen nieder. Er befand sich an einem ungewöhnlichen Ort. Der Kader, der sich als „Volksdiplomat“ inszeniert, begab sich auf einem Friedhof von Wehrmachts-Mördern. Er wolle den Landsern „die Verehrung (…) erweisen“, heißt es in einem Werbefilm, den der YouTube-Kanal „Zar Romanov“ (!) verbreitet.

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Apelle des Appeasements

Zum diesjährigen Osterfest drohen altbekannte Rituale: Während einige Menschen ihren Nachwuchs mit der mystischen Geschichte vom Hasen malträtieren, marschieren andere Personen durch Straßen, um für Frieden zu streiten. Dass es um konkrete Parteinahmen geht, beweisen die diesjährigen Aufrufe zum „Ostermarsch“, die aktualisierte Forderungen enthalten. Einige Organisator_innen kämpfen für eine „neue Politik“, die Appeasement mit dem Islamfaschismus erfordert.

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Präsentation eines Verschwörungsideologen

Am 5. Januar 2017 präsentierte Wolfgang Gehrcke seine als Sachbuch getarnte Kampfschrift „Rufmord – Die Antisemitismus-Kampagne gegen links” in einem „Gesellschaftshaus“ genannten Etablissement. Offizieller Veranstalter war das “Oldenburger Friedensbündnis”, das ansonsten durch die Organisation des Ostermarsches ritualisierte Aktivitäten in Oldenburg entfaltet. Aktuelle Ereignisse dienten als Anlass, um den Deputierten der sogenannten Linkspartei zur “Buchvorstellung mit anschließender Diskussion” einzuladen. Kritische Wortmeldungen blieben nicht aus. Antideutsche Communist_innen intervenierten mit einem Reader.    

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Sternstunden des TV-Journalismus (II)

Jede Woche erscheint eine Zeitschrift, die sich „die aktuelle“ nennt. Das Blatt der Funke Mediengruppe berichtet eigentlich über „VIPs und Königshäuser“. Science-Fiction Filme gehören bestimmt nicht zu den Themen, die oft im Magazin besprochen werden. Tode sind Anlass für einen Nachruf, der „‚Prinzessin Leia‘ aus den ‚Star Trek‘-Filmen“ erwähnt. Nicht einfach, die beiden größten Franchises aus dem Bereich Science-Fiction zu trennen, wenn ansonsten Prinz Harry, Krebserkrankungen und Ehedramen im Mittelpunkt stehen.

Faksimile aus der Fachzeitschrift