Ausführungen eines Akademikers

Eine profane Ankündigung, die US-Botschaft zum 1. Mai nach Jerusalem zu verlegen, empörte die hiesige Gesellschaft, deren Antisemitismus sich immer wieder im ritualisierten Aufschrei gegen Israel erbricht. Daher wollte die Merkel-Administration “die Haltung” der US-Regierung nicht unterstützen, während Gabriel vor einem “Öl” warnte, das nun in ein “Feuer” gelangen könnte. Die “Antikapitalistische Linke”, ein Arbeitskreis innerhalb der Linkspartei, verstieg sich gar in die Behauptung, dass die Entscheidung für die israelische Hauptstadt eine “Demütigung der Palästinenser” sei, was “gewalttätige Kräfte” stärken würde. Die Nazis vom “III. Weg” wandten sich ebenfalls gegen die Ankündigung, wobei sie von “der starken jüdischen Lobby in den Vereinigten Staaten” schwadronierten. In Berlin brannte der Davidstern. In Bremen drohte ein Professor, indem er “Erwartungen” an die Jüdische Gemeinde der Stadt apo­s­t­ro­phie­rte.

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Gegen Ego-Shooter und Israel: Positionen der DKP

Es steht schlecht um die “Deutsche Kommunistische Partei” (DKP), die weiterhin erbitterte Auseinandersetzungen erschüttern. “Unsere Partei ist in einer sehr komplizierten Situation”, warnt ihr Vorsitzender. Patrik Köbele steht für klassischen Stalinismus. Ihn umgeben jüngere Kader, die ebenfalls DDR-Nostalgie betreiben. Nach Sozialisierung im parteinahen Jugendverband dominieren sie mittlerweile relevante Parteistrukturen. Der Nachwuchs sorgte für die administrative Auflösung der Bezirksorganisation in Südbayern. Dieser Deklassierung der linkssozialdemokratischen Opposition folgte ein Massenaustritt von ehemaligen Führungskräften. Enttäuschte DKP-Kader wie Bettina Jürgensen, die von 2010 bis 2013 als Parteivorsitzende diente, verließen ihre Struktur. Einigkeit soll nun ein Papier bringen, das sich gegen “Antideutsche” und Israel richtet.

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Antikommunismus aus Bonn

Der konservative RCDS nutzte eine Tagung des Studierenparlaments  der Universität Bonn, um mit antikommunistischen Thesen gegen die Teilfinanzierung einer Lesung des ehemaligen RAF-Kaders Lutz Taufer vorzugehen. Am 06. Dezember 2017 präsentierte der heutige Entwicklungshelfer im Buchladenkollektiv Le Sabot seine Autobiographie. Vorab inszenierte sich die konservativ-liberale Opposition als Verteidigung der bürgerlichen Ordnung. Dabei schwiegen sie von den anti-israelischen Positionen des Vorlesers. Umso vehementer wandten sich Konservative gegen diesen Blog.

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Rapsemitismus

KC Rebell ist deutscher Künstler, der eine politische Agenda formuliert. Schon 2016 erschien der offenbarende Track “TelVision”, bei dem ihm die Musikanten PA Sports, Kianush und Kollegah unterstützen. Während die Rapper wütende Phrasen gegen die USA und Israel erbrechen, visualisiert sich der Hass durch Karikaturen vom Yankee und Juden. Die Musikanten, die sich als rebellische Gesellen inszenieren, produzieren nicht zum ersten Mal identitätsstiftende Hymnen für verschwörungsgläubige Fans. KC Rebell und seine Kameraden sind musizierende Wiederholungstäter. Fachportale und das Feuilleton verschweigen ihre Inhalte zu oft. Dafür begeistern sie sich fast immer für den Muskelkult der Kunstfiguren.

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NachtiDrohKotz: Drama in drei Akten

Als die Fachschaft Philosophie der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg am 10. Februar 2017 zu einer Veranstaltung mit Clemens Nachtmann einlud, empörten sich Zeitgenoss_innen bereits im Vorfeld. Die Vorwürfe gegen den Autor, der in der ideologiekritischen Monatsschrift Bahamas manche Polemik veröffentlichte, lautete wie folgt: In Wahrheit, so die textliche Infamie, handele es sich um einen “rassistischen Demagogen“, der den „völkischen Mob zum Frohlocken“ bringt. So lebten alte Einordnungen fort, die linksdeutsche Demagog_innen verwenden, um antideutsche Kommunist_innen zu verunglimpfen.

Inhalte produzierten das Klima für Taten, die nicht nur den Referenten trafen. Nach der Veranstaltung, die eine perfide Wasserattacke überschattete, erhielten zwei Feministinnen, die sich gegen antisemitische Strukturen in der Region engagieren, drohende Anschreiben. Gefälschte Ehrenurkunden landeten in ihren Briefkästen, weil sie Clemens Nachtmann zuhörten. Den Bezichtigungen folgten diese Schreiben, wobei sich Täter_innen als “Ortsgruppe” der AfD inszenierten. Andere Verantwortliche, die das nötige Klima generierten, sollten nicht in Vergessenheit geraten. Die Anklagen und ihre Folgen seien zumindest an dieser Stelle benannt.

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Von der RAF in die Szenekneipen

Derzeit bereist Lutz Taufer linksdeutsche Zentren und Buchhandlungen, um seine Biographie vorzustellen. Als Kader der RAF beteiligte er sich 1975 an der Geiselnahme in der deutschen Botschaft, in deren Verlauf zwei Mitarbeiter ermordet wurden, bevor die Gruppe ihren Sprengstoff einsetzte. Heute fungiert Taufer als geläutertes Aushängeschild einer anderen Truppe, die Teil der anti-israelischen NGO-Szene ist. Phrasen, die den einseitigen Krieg der antisemitischen Internationale als banalen Konflikt verkennen, zeichnen Einordnungen des ehemaligen RAF-Mitglieds aus. Mit aktuelleren Einlassungen knüpft Taufer an alte Feindbilder an. Sein neuer Verband, der mit PFLP-Kadern kooperiert, wendet sich schließlich gegen Israel, wobei manche Akteure sogar den Boykott des Judenstaates anstreben.

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Antisemitismus in Parteiforen

DM-Funktionäre nutzen Facebook-Gruppen und Parteiforen, um ihre Inhalte zu verbreiten. Kritiker_innen drohen diese Kader mit dem Einsatz einer “volljüdischen Anwältin”. Die Einordnung, die an nationalsozialistische Rassenlehren anknüpft, scheint kein Zufall. Schließlich verbreitetet ein Vorstand der Deutschen Mitte, unter reger Beteiligung von anderen Parteimitgliedern, allerlei  Mythen, die an klassische Ritualmordlegenden erinnern. Akteure verfallen in den DM-Foren in ein Jargon, das deutlich an die Sprache des Nationalsozialismus anknüpft.

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Alte Feindbilder im neuen Antrag

Die “Deutsche Kommunistische Partei” (DKP) beuteln mittelschwere Machtkämpfe. Einheit verspricht sich die Führung, die den derzeitigen Vorstand dominiert, durch Auflösung der organisierten Opposition. Die träumt vom “dritten Pol”, der gesellschaftliche Kräfte weit über die Linke hinaus” umfasst. Ein Leitantrag dient nun der inhaltlichen Positionierung, die die DKP-Mehrheit betreibt. Es entstanden Inhalte, die einiges über den Zustand der Struktur verraten. Das Papier wendet sich gegen eine Chimäre, die als “antideutsche Bewegung” gezeichnet wird. Linksnationale Phrasen begleiten die entsprechende Einordnung des modernen Antisemitismus, der sich vor allem gegen Israel richtet.

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Reisen gegen Israel

Zwischen dem 23. Juli und dem 30. Juli 2017 fand zum 24. Mal das sogenannte “Farkha Youth Festival” statt, mit dem die “Palestinian People’s Party” (PPP) ihren internationalen Anhang gegen Israel mobilisiert. Im kleinen Dorf Farkha, rund 30 Kilometer von Nablus gelegen, begeisterten sich deutsche Teilnehmer_innen, die zuvor in der Bundesrepublik Spenden sammelten, für esoterischen Bioanbau, mordendes Märtyrertum und antisemitische Verschwörungskonstrukte. Reaktionäre Praktiken, die der Emanzipation im Wege stehen, registrierte ein Chronist, dessen Delegation in Farkha mit einem Bäumchen und viel Folklore bedacht wurde, nur am Rande.

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