Alternative für mürbe Mehrheiten

„Besser als ein Rock-Konzert”, behauptet die Partei im Nachhinein.  Beifall brandet auf, als der 1956 geborene Parteiführer Christoph R. Hörstel zum Abschluss des zweiten Bundesparteitags der Deutschen Mitte (DM) an sein Mikrofon tritt. Frenetischer Jubel im Saal, nachdem der Vorsitzende seine Ausführungen beendet. Rund 200 Parteimitglieder zelebrieren durch “tosenden Beifall” die Verbundenheit mit ihrem Vordenker, der sich als Gründer und Visionär inszeniert. Der Verschwörungsideologe offenbart in einem Bio-Hotel in Berlin-Köpenick seine Vorstellungen. Zunächst habe Hörstel eine “Bewegung” geschaffen, die “die 3.000er Marke überschreitet”. Parteimitglieder sollen nun die erschreckenden Pläne realisieren, die die rigide Führung konzipiert.  

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Nazis im Weltall

Manchmal kommen die Nazis mit „Reichsflugscheiben“ aus dem Erdinneren. Es ist kaum zu glauben, aber es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten, dass sich die ehemalige Elite der Nationalsozialisten nach 1945 in der Antarktis angesiedelt hätte. Nach dieser wahnhaften Verschwörungstheorie haben sich die Nazis 1945 in der Antarktis, im sogenannten „Neuschwabenland“, niedergelassen. Sie führen von dort einen Krieg gegen die Alliierten.

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Festung Europa

In der Nacht zum Mittwoch sind während der Überfahrt von Libyen nach Italien bis zu 150 Menschen ertrunken. Das Fischerboot (…) war zuvor in rauher See gekentert. Bis Mittwochabend konnten 51 Menschen geborgen werden. Nach Angaben der Küstenwache waren wohl 200 Flüchtlinge an Bord des 13 Meter langen Kutters, der am Montag Libyen verlassen hatte.

Frankfurter Allgemeine – Zeitung für Deutschland, 07.04.2011

Der anarchronistische Zug der Anthroposophen

Zum hundertfünfzigsten Geburtstag (27. Februar 2011) des ideologischen Vordenkers der Anthroposophie, Rudolf Steiner, haben sich dessen Jünger eine geeignete Werbemaßnahme einfallen lassen, um die Ideen der Anthroposophie zu verbreiten.

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Fernseh-Abend mit Sarrazin

Die Aufregung rund um das neue Buch des Deutschen-Bank Aufsichtsratsmitglieds Thilo Sarrazin ließ sich nicht nur auf der Pressekonferenz erkennen, bei der der ehemalige Berliner Finanzsenator sein neuestes Machwerk vorstellte, sondern auch in der ARD-Talkshow „Beckmann“, die am Montagabend über die Bildschirme flimmerte. Bereits das Vorstellungsvideo der Sendung, in dem unter anderem Sarrazins Kampf gegen ein zu üppiges Essen für Hartz-4 Empfänger_innen gezeigt wurde, war eigentlich eine Farce: Da wurden Bilder von Migrant_innen gezeigt, unterlegt durch Beckmanns-Stimme, der Sarrazins Reden von „Kopftuchmädchen“ und „Importbräuten“ rezitierte. Die Szenen und der Zusammenschnitt erinnerten eher an eine Wahlwerbung der „Republikaner“, denn an eine seriöse Fernsehsendung.

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